Rosenberg – Neubau RÜ 4

Hier war Millimeterarbeit angesagt.

Regenüberlaufbecken 4 am Mühlweg nimmt Formen an – Gesamtkosten liegen bei etwa 500 000 Euro.

Rosenberg. Kaum ist mit der Ortsdurchfahrt in Rosenberg eine Großbaustelle fertiggestellt, kommt bereits die nächste: Denn seit Anfang des Monats hat im Bereich des Mühlwegs die Firma Mackmull (Elztal-Muckental) mit dem Bau des Regenüberlaufbeckens 4 (RÜ 4) begonnen. Dies war notwendig geworden, da im Bereich des Mühlweges erhebliche Abwasserprobleme bestehen. Das in einem Garten an der Kreuzung Mühlweg/Brunnenberg vorhandene Überlaufbecken musste deshalb völlig überplant werden.

Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, das Abwasser der dortigen Straße sowie das, das vom Baugebiet “Bienenweide” und vom Brunnenberg kommt, so abzuleiten, dass eine Verschmutzung der Umwelt vermieden wird. Aus diesem Grunde wurde die Gemeinde dazu aufgefordert, am Mühlweg das RÜ 4 zu bauen, bei dem einiges an Baukosten auf die Gemeinde und die Gebührenzahler zukommt.

Im vergangenen Jahr wurde die Baumaßnahme durch das planende Büro WALTER+PARTNER GbR (Adelsheim) ausgeschrieben. In der Gemeinderatssitzung im Oktober 2018 wurden noch unter Vorsitz von Bürgermeister Gerhard Baar die Arbeiten vergeben. Die Baufirma Mackmull (Elztal-Muckental) hatte zu einem Angebotspreis von 366.000 Euro das preisgünstigste Angebot abgegeben. Nun haben die Bauarbeiten zu dieser bedeutenden Maßnahme begonnen.

Nachdem der Entlastungskanal aus Stahlbeton mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern, der den bisherigen zu kleinen Entlastungskanal mit 40 Zentimetern Durchmesser ersetzt, neu verlegt worden war, wurde am Dienstag das eigentliche Herzstück eingesetzt: nämlich das Regenüberlaufbauwerk, das als dynamisches Auslaufbauwerk in Stahlbeton gegossen ist, die beachtlichen Maße von 7 x 4 x 3 Metern hat und mehrere Tonnen schwer ist. Ein sogenanntes Wirbelventil sorgt dafür, dass der Mischwasserkanal zur Kläranlage nur noch maximal 70 Liter in der Sekunde dorthin führt.

An das Abwasserbauwerk RÜ 4 Mühlweg sind die Straßen Bienenweide, Hohe Straße, Klingenstraße, Brunnenberg, Am Rank und Mühlweg angebunden. Durch die hydraulische Anpassung des Regenüberlaufs im Mühlweg wird dann das dortige Kanalnetz mit seinem Einzugsgebiet auf alle aktuellen erforderlichen rechtlichen und wasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgestimmt. Im Starkregenfall kann über das Rückhaltebecken Regenwasser mit bis zu 675 Litern pro Sekunde in die vorbeifließende Kirnau eingeleitet werden. Das weiter zur Kläranlage führende Kanalnetz wird dadurch von 727 Litern pro Sekunde auf 70 Liter pro Sekunde entlastet. Am Dienstagmorgen hatten zwei große Tieflader die beiden Betonteile aus Stahlbeton für das RÜ 4 angeliefert, die mit einem Autokran in die von den Mitarbeitern der Firma Mackmull präzise vorbereitete Baugrube gesetzt wurden. Da war Millimeterarbeit angesagt. Die Arbeiten dauerten mehrere Stunden.

Anwesend waren Bauleiter Stefan Beichert, Firmenchef Bernd Mackmull sowie Ingenieur Edgar Kraft vom planenden Büro WALTER+PARTNER GbR. Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen belaufen sich inklusive aller Nebenkosten auf rund 500.000 Euro. Nun wird in den nächsten Tagen die An- und Einbindung an die bestehende Kanalinfrastruktur im Mühlweg hergestellt. Die Arbeiten liegen im Zeitplan und sollen, wie der anwesende Firmenchef Bernd Mackmull gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung sagte, bis zum Beginn der Sommerferien abgeschlossen sein.

Durch die Bauarbeiten kann es zur zeitweisen Sperrung des Mühlweges kommen.

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft – die Betonteile des Überlaufbeckens passten genau in die von der Firma Mackmull ausgehobenen Grube.
(Artikel aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 22. Juni 2019 Bild: Helmut Frodl)

 

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